While I’m trying to unscramble a million notes from the Jason Fritze workshop, it’s a good time to serve up Chapter 2 of Robert’s book. These novels can be for our own sharing and discussion as they develop here for those interested. It will be like our own book club. Various teachers can try out the ones that they want in their classrooms and give feedback to the author here.
If any of the novels we collect here are really compelling (which is our goal in this thread, to create compelling novels to replace the old stuff that lacks interest), we can throw them off the tree branch from the book sales part of this site and see if they fly. Inexpensive publishing options are ebooks and self-published texts which are easy to make, and then if the book really takes off we deal with that at the time.
It is most important to keep in mind that these novels are going to be very long term projects, in some cases years, so how we categorize them is going to be important. Readers need to be able to click on one link, scroll through the titles and find the chapter of any one novel easily. I will use the simple term Novels for this category.
I will categorize these efforts under the new category “New Novel”. As in really new, since the new novels of Robbe-Grillet and those fools sixty years ago are pretty old and pretty dead right now, carrying interest and value to few people, most of whom are engineers and scientists, who think that way.
We will use Robert’s suggestion for order of information in headingsn so if you start sending in chapters from a novel use this format::
Novel – Nordseepirat – Robert – Ch 2 – German
Here’s the current installation of Robert’s novel:
. . . Wasser, nur Wasser, so weit er sehen kann.
Der Schiffsjunge
Nordsee, 1400
Geoff kann nur Wasser sehen. Es gibt keine Leute und kein Land, nur Wasser. Geoff ist fast blind von dem Licht, das die Wellen zurückwerfen. Ein paar graue Wolken hängen am blauen Himmel. Der Wind gibt Geoff Gänsefleisch [goose bumps, goose flesh], es ist wärmer im Wasser, obwohl das Wasser kühl ist. Wenn er mit einer Welle hoch geht, kann Geoff bis zum Horizont sehen. Er sieht die helle Sonne, den blauen Himmel mit grauen Wolken und viel Wasser, aber er sieht kein Land und keine Surfer und kein Boot oder Schiff. Er sieht Miguel auch nicht. Geoff ist ganz allein im kühlen Wasser.
Oje! denkt Geoff. Wo ist Miguel? Was ist mit ihm passiert? Ist er auch hier?
Geoff sucht lange Zeit nach Miguel, findet ihn aber nicht. Dann beginnt er an seine eigene Situation zu denken. Wo ist er? Was ist passiert? Wie ist er in die Mitte des Ozeans gekommen, denn Geoff denkt, dass er in der Mitte des Ozeans sein muss.
Jetzt hat Geoff Angst. Er denkt, Keine Panik! Ich muss klar denken. Wie lange kann ich im Wasser bleiben? Wie lange kann ich schwimmen? In welche Richtung soll ich schwimmen? Wo ist das Land? Wie weit weg ist das Land? Bin ich nochmals in eine andere Zeit gekommen?
Geoff ist wirklich in eine andere Zeit gekommen. Dies ist nicht das erste Mal, dass Geoff in eine andere Zeit gekommen ist [Geoff’s first experience appears in “Ritter von heute” for levels 3-4.]. Er weiß aber nicht, wo er ist und wann er ist. Er weiß auch nicht, was passieren wird. Wird er im Wasser sterben? Er weiß, dass er nicht sehr lang im kühlen Wasser bleiben kann. Er muss aus dem Wasser kommen oder sterben, aber er sieht kein Land und weiß nicht in welche Richtung er schwimmen soll.
Das Bodyboard ist auch weg. Die Monsterwelle nahm Geoff das Bodyboard aus der Hand. Geoff kann nicht auf dem Bodyboard liegen, er muss schwimmen. In dieser Zeit hat Geoff nur die Boardshorts, die er anhat. Er hat kein Bodyboard, kein Surfboard, kein T-Shirt, keine Schuhe, nichts. Nur die Boardshorts hat er.
Geoff will nicht einfach warten, bis sein Körper zu kalt wird und er nicht mehr schwimmen kann. Er muss etwas tun, aber er weiß nicht, wo das Land ist. Er weiß nicht, ob es Morgen oder Nachmittag ist. Hängt die Sonne im Osten oder im Westen? Geoff weiß nicht. Aber er beginnt zu schwimmen. Er schwimmt kurz in eine Richtung und dann in eine andere Richtung. Schnell lernt er, dass es leichter ist, in eine Richtung zu schwimmen als in andere Richtungen. Es muss einen Strom im Wasser geben.
Wenn ich in die Richtung des Stromes schwimme, ist das leichter, denkt Geoff. Dann brauche ich nicht so viel Energie und kann länger schwimmen. Hoffentlich bringt mich der Strom zum Land und nicht weiter in den Ozean.
Nach einer Weile sieht Geoff, dass er mit dem Strom nach Nordosten schwimmt. Langsam ist die Sonne hoch in den Himmel gestiegen und dann in Richtung Westen gegen das Horizont niedergegangen. Geoff schwimmt immer noch, aber er schwimmt langsamer, und es ist ihm kälter. Seine Nase und Schultern sind ganz rot. Er ist müde und weiß nicht, wie lange er noch schwimmen kann.
Nochmals schaut sich Geoff um. Weit weg sieht er etwas auf dem Wasser. Ist das ein Schiff? Kommt jemand? Wer könnte es sein? Werden sie ihn sehen? Geoff möchte nicht zu viel hoffen, aber er hofft, dass dies ein Schiff ist, dass es auf ihn zukommt und dass es ihn sieht und rettet [saves].
Jetzt schwimmt Geoff nicht mehr. Er wartet. Langsam wird das “Etwas” größer. Nach einer Weile kann Geoff sehen, dass es wirklich ein Schiff ist. Der Wind aus dem Westen is kalt, aber er bringt das Schiff näher. Geoff kann kaum warten, aber er muss warten, während das Schiff langsam näher kommt.
Oje! Werden sie mich sehen? Was kann ich machen, dass sie mich sehen? Wenn sie mich nicht sehen, werde ich sterben. Ich will nicht sterben. Sie müssen mich sehen. Geoff denkt lange darüber nach, was er machen kann. Im Moment muss er warten.
Langsam kommt das Schiff näher zu Geoff. Es kommt nicht mit vollem Segel [under full sail], sondern langsam. Endlich kann Geoff etwas tun. Er muss etwas tun, so dass die Leute an Bord des Schiffes ihn sehen.
<<H-H-H-ilfe!>>, ruft Geoff. Er ruft nicht laut.
Oje! Sie hören mich nicht. Ich muss lauter rufen und etwas tun, dass sie mich sehen.
<<H-H-Hilfe! B-B-Bit-t-t-e, helft m-m-mir!>>, ruft Geoff lauter und winkt mit den Händen.
Das Schiff ändert seinen Kurs nicht.
Jetzt hat Geoff Angst, fast Panik, dass die Leute an Bord des Schiffes ihn nicht sehen oder hören werden.
Mist! Was tue ich jetzt?
Dann hat Geoff eine Idee. Schnell zieht er sich seine Boardshorts aus. Jetzt winkt er mit den Boardshorts. Vielleicht werden die Leute an Bord seine braune Boardshorts gegen das blaue und weiße Wasser sehen. Er ruft nochmals, so laut er kann: <<H-H-H-I-I-I-L-L-L-F-F-F-E-E-E!>>
Ein Mann an Bord des Schiffes winkt zurück und ruft: <<Mann über Bord!>> Das Schiff ändert seinen Kurs und kommt langsamer auf Geoff zu.
Geoff zieht seine Boardshorts wieder an und schwimmt zum Schiff. Als er in die Nähe des Schiffes kommt, wirft ihm ein Mann vom Schiff ein Seil zu. <<Greif das Seil!>>, ruft der Mann. <<Wir halten nicht an!>>
Es gibt nur eine Chance für Geoff. Er muss das Seil greifen oder sterben. Aber seine Hände sind kalt, kann er das Seil greifen?
Ja, das kann er. Geoff greift das Seil. Er kann nicht gut greifen, aber er kann greifen und halten. Dann bringt er das Seil unter die Arme und um seinen Körper. Jetzt fährt Geoff mit dem Schiff. Er hat nicht mehr so viel Angst.
<<Mach einen Knoten! Dann bringen wir dich an Bord!>>, ruft der Mann oben.
Es ist schwer für Geoff, den Knoten zu machen, denn seine Hände sind kalt. Ihm ist kalt. Er war viel zu lange im kalten Wasser. Endlich aber macht er den Knoten.
<<Gut! Jetzt steck die Füße gegen das Schiff. Wir ziehen dich hoch!>>
Die Seemänner ziehen das Seil ein bisschen hoch, und Geoff steckt die Füße gegen das Schiff. Jetzt ist er nicht mehr im Wasser, aber ihm ist noch kälter. Der Wind ist sehr kalt. Geoff friert.
Dann hört Geoff Singen. Die Seemänner singen! Warum singen sie? Geoff hört ein paar Wörter, dann ziehen die Seemänner das Seil. Jetzt versteht er. Sie singen, um einen Rhythmus zu haben. Sie ziehen im Takt mit dem Rhythmus. Alle ziehen zusammen im Takt und so sind sie stärker. Geoff hört den Rhythmus und beginnt, im Takt zu gehen. Er macht einen Schritt, dann einen zweiten. Im Takt mit dem Singen und dem Ziehen geht er an der Seite des Schiffes hoch zu den Seemännern, die ziehen.
Endlich kommt er nach oben. Die Seemänner greifen ihn und bringen ihn über die Reling und an Bord des Schiffes. Geoff ist total müde, er ist übermüdet, und ihm ist kalt. Er friert und kann nicht stehen. Er fällt auf das Deck, rollt sich in einen Ball, hält die Arme an seinem Körper und friert. Seine Haut ist ein bisschen blau.
Ein Mann mit einem feuerroten Bart kommt und schaut Geoff an. <<Beim Tod und Teufel [By death and the devil]! Was haben wir hier? Eine Landratte [landlubber, lit. “land rat”]? Er friert. Bring eine Decke!>>
Die Seemänner bringen eine Decke. Dann heben sie Geoff vom Deck auf. Wenn er auf den Beinen ist, trocknen sie ihn. Zwei Seemänner kommen und stehen einer vor und einer hinter Geoff. Sie umarmen sich mit Geoff in der Mitte. Ein anderer Seemann hängt die Decke um Geoff und die zwei anderen. Der Mann mit dem feuerroten Bart gibt Geoff etwas zu trinken. Es brennt ihm den Hals und er hustet, aber dann fühlt er sich wärmer.
In kurzer Zeit friert Geoff nicht mehr. Ihm ist nicht so kalt, und er kann allein stehen. Seine Haut ist nicht mehr blau. Die zwei Seemänner lassen ihn los und hängen die Decke um seine Schultern.
Jetzt schaut sich Geoff um. Eine Gruppe von Seemännern stehen in einem Kreis um ihn. Der große Mann mit dem feuerroten Bart schaut ihn an. Er trägt einen Hut, ein Hemd, eine Weste, eine Jacke und eine Hose, aber keine Schuhe und keine Socken. Die anderen Männer tragen Hemden und Hosen, aber auch keine Schuhe. Geoff denkt, dass sie wie Piraten aussehen.
<<Na, Junge, woher kommst du? Wie bist du ins Wasser gekommen? Wie lange warst du im Wasser? Warum hat niemand dich gerettet?>>
<<Tja, ich war sehr lange im Wasser, den ganzen Tag. Heute Morgen packte mich eine sehr große Welle, eine Monsterwelle, und hat mich tief unter das Wasser gezogen. Ich denke, die anderen glauben, ich sei tot.>>
Der große Mann mit dem feuerroten Bart schaut zum Himmel hinauf. Er sieht die grauen Wolken im Osten. Dann schaut er Geoff nochmals an.
<<Heute Morgen gab es einen Sturm. Es könnte sein, dass eine große Welle dich packte. Wie heißt du? Und wie>> – hier nahm der Mann Geoffs Hand und schaute seinen Ring an – <<kommst du zu einem Ring aus Gold?>>
<<I-Ich heiße G-Gottfried, Gottfried von Lichtenstein.>> Die Seemänner schauen Geoff neugierig an. <<Der Ring ist schon lange in meiner Familie. Meine Mutter hat ihn mir gegeben.>>
<<Beim Klabautermann [Pirate exclamation of surprise]! Nicht nur eine Landratte, sondern auch ein Adeliger [nobleman]! Oder vielleicht kein Adeliger. Vielleicht bist du ein Dieb, und die Schiffsleute haben dich über Bord geworfen. Vielleicht ist das der Grund, warum du im Wasser warst. Sollten wir dich zu den Fischen schicken?>>
<<Oh nein! Oh nein! Ich bin kein Dieb. Ich wurde wirklich von einer Welle gepackt. Bitte, werfen Sie mich nicht über Bord.>>
Der große Mann mit dem feuerroten Bart lacht. <<Ha, ha! Vielleicht ist es besser, wenn du doch ein Dieb bist. Wir sind Freibeuter [privateer, freebooter], wir könnten Geld für einen adeligen Jungen bekommen. Ist das nicht wahr, Männer?>>
Alle Männer sagen <<Ja, Käpt’n!>>
Oje! Das geht nicht, denkt Geoff. Dann sagt er laut: <<Meine Familie hat nicht viel Geld, und jetzt weiß ich nicht, wo sie sind. Ich denke, sie sind weit weg von hier.>>
<<Hm. Dann nehme ich vielleicht den Ring. Er ist wertvoll und wurde vielleicht gestohlen.>> Der Kapitän schaut den Ring an.
<<B-Bitte, nein>>, sagt Geoff. <<Er ist wirklich lange Zeit in meiner Familie.>>
<<Na gut, ob Adeliger oder Dieb ist mir egal. Aber an Bord des Schiffes muss jeder seine Arbeit machen. Du hast keine richtige Kleidung, nur diese lächerliche kurze Hose. Du hast kein Geld. Du willst mir den Ring nicht geben. Du bist kein Seeman, sondern eine Landratte. Was machen wir mit dir?>>
<<Mit Erlaubnis, Käpt’n>>, sagt ein Mann. <<Moses [nickname for a cabin boy] könnte jetzt Jungmann [apprentice seaman] werden, er ist schon fast ein Jahr bei uns. Der Junge hier kann der neue Moses sein.>>
<<Keine schlechte Idee, beim Klabautermann, keine schlechte Idee. So Junge, jetzt bist du der neue Moses, der neue Schiffsjunge [cabin boy]. Wenn du alles gut machst, dann bekommst du ein Teil von allem, denn wir sind die Likedeeler [Equal Sharer (low German)]. Aber wenn du alles nicht gut machst oder du böse bist, dann bekommst du eine Strafe. Vielleicht nehme ich doch diesen Ring und schicke dich zu den Fischen. Und noch was, Gottfried ist kein Name für einen Schiffsjungen. Ab jetzt heißt du Götz.>>
<<Ja, ja, Käpt’n.>> So wird Geoff, der jetzt Götz heißt, zum Schiffsjungen für den berühmten Nordseepiraten Klaus Störtebeker.
